Walnüsse sammelst du in Oberbayern von Mitte September bis Ende Oktober. Erlaubt ist das an wild wachsenden Bäumen und an Bäumen, deren Eigentümer zustimmt. Freigegebene Walnussbäume in deiner Nähe findest du am einfachsten mit der kostenlosen App und Karte von Mundraub.
- Erntezeit: Mitte September bis Ende Oktober, wenn die grüne Hülle aufplatzt.
- Rechtlich: kleine Mengen für den Eigenbedarf an frei zugänglichen, wilden Bäumen.
- Private Bäume und Obstwiesen: nur mit Erlaubnis des Eigentümers.
- Tipp: Die Mundraub-Karte zeigt öffentliche Fundorte für Nüsse und Obst.
- Trocknen: zwei bis drei Wochen luftig bei Zimmertemperatur.
Wann ist die Walnusszeit in Oberbayern?
Walnüsse reifen in Oberbayern meist ab Mitte September. Die Haupternte fällt in den Oktober. Reife Nüsse erkennst du an der grünen Fruchthülle, die aufplatzt und sich dunkel färbt. Die Nüsse fallen dann von selbst zu Boden. Schüttle oder schlage die Äste nicht ab, denn das schadet dem Baum.
In milden Lagen wie dem Inntal oder rund um München beginnt die Ernte etwas früher. In höheren Lagen am Alpenrand reifen die Nüsse später. Nach Spätfrösten im Frühjahr fällt die Ernte oft gering aus.
Wo darf man Walnüsse sammeln?
Die meisten Walnussbäume wurden gepflanzt und gehören jemandem. Das gilt für Bäume in Gärten, auf Streuobstwiesen und oft auch an Feldwegen. Die Früchte gehören dem Eigentümer. Fragt ihn vorher, ob ihr sammeln dürft. Viele Landwirte und Gemeinden sagen gern ja.
An wild wachsenden Bäumen sieht das anders aus. Das Bundesnaturschutzgesetz erlaubt in § 39 das Sammeln von Früchten in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf. Die Bayerische Verfassung erlaubt in Artikel 141 jedem die Aneignung wildwachsender Waldfrüchte in ortsüblichem Umfang. In Naturschutzgebieten können strengere Regeln gelten.
| Standort | Sammeln erlaubt? |
|---|---|
| Wild wachsender Baum in freier Natur | ja, in kleinen Mengen für den Eigenbedarf |
| Baum im Privatgarten | nein, nur mit Erlaubnis |
| Streuobstwiese oder Feldrand | nur mit Erlaubnis des Eigentümers |
| Baum an Straße oder in Parkanlage | meist Eigentum der Gemeinde, vorher nachfragen |
| Fundort auf Mundraub | ja, wenn dort als frei zugänglich eingetragen |
| Nüsse über den Zaun auf deinem Grund | ja, sie gehören laut § 911 BGB dir |
Wie hilft die Mundraub-App beim Sammeln?
Mundraub ist eine kostenlose Plattform für frei zugängliche Obstbäume, Sträucher, Kräuter und Nüsse. Nutzer tragen Fundorte auf einer Karte ein. So siehst du, wo in deiner Nähe ein Walnussbaum steht, an dem Sammeln erwünscht ist. Die Karte funktioniert im Browser und als App für Android und iOS.

So nutzt du die Karte Schritt für Schritt:
- Öffne mundraub.org/map oder lade die Mundraub-App.
- Gib deinen Ort in die Adresssuche ein, zum Beispiel Rosenheim oder Weilheim.
- Blende in der linken Leiste alle Kategorien außer „Nüsse“ aus.
- Klicke auf einen Fundort und lies die Beschreibung und die Hinweise anderer Nutzer.
- Trage selbst neue Bäume ein, wenn der Eigentümer einverstanden ist.
Mundraub hat eigene Regeln für Sammler. Respektiere Eigentum und frage im Zweifel nach. Geh schonend mit Bäumen und Natur um. Nimm nur so viel mit, wie du selbst brauchst, und lass anderen etwas übrig.
Wie trocknet und lagert man Walnüsse richtig?
Entferne zuerst Reste der grünen Hülle. Trage dabei Handschuhe, denn der Saft färbt die Haut tagelang braun. Wasche die Nüsse kurz ab und lege sie in einer Schicht auf ein Gitter oder in eine flache Kiste. Ein luftiger Raum mit 20 bis 25 Grad ist ideal.
Nach zwei bis drei Wochen sind die Nüsse trocken. Der Kern bricht dann knackig und schmeckt nicht mehr feucht. Lagere sie kühl, trocken und luftig in einem Netz oder Stoffbeutel. So halten sie mehrere Monate.

| Fehler | Folge | Besser |
|---|---|---|
| Trocknen auf der Heizung | Kern wird ranzig | luftig bei Zimmertemperatur |
| Lagern in Plastiktüten | Schimmel | Netz oder Stoffbeutel |
| Nüsse mit Loch sammeln | oft Wurmbefall | aussortieren |
| Grüne Hülle mit bloßen Händen schälen | braune Finger | Handschuhe tragen |
Was bedeuten schwarze Schalen?
Schwarze, schmierige Hüllen stammen oft von der Walnussfruchtfliege. Ihre Larven fressen in der grünen Hülle, nicht im Kern. Die Nuss ist meist trotzdem essbar. Wasche solche Nüsse gründlich und trockne sie wie gewohnt. Nüsse mit Löchern oder dunklem, muffigem Kern wirfst du weg.
Häufige Fragen zum Walnüsse sammeln in Oberbayern
Ist Walnüsse sammeln in Bayern erlaubt?
Ja, an wild wachsenden Bäumen in kleinen Mengen für den Eigenbedarf. An gepflanzten Bäumen brauchst du die Erlaubnis des Eigentümers.
Darf ich Walnüsse vom Boden an einem Feldweg aufheben?
Nur wenn der Baum frei zugänglich und nicht in Privatbesitz ist oder der Eigentümer zustimmt. Bäume an Feldwegen gehören oft Landwirten oder der Gemeinde.
Wie finde ich Walnussbäume in meiner Nähe?
Am einfachsten über die Karte von Mundraub. Filtere dort nach „Nüsse“ und suche deinen Ort.
Wann sind Walnüsse reif?
Walnüsse sind reif, wenn die grüne Hülle aufplatzt und die Nüsse von selbst herunterfallen. In Oberbayern ist das meist von Mitte September bis Ende Oktober.
Wer gern draußen unterwegs ist, findet weitere Tipps im Artikel Bayerisches Alpenvorland.
Quellen: Bundesnaturschutzgesetz § 39 Abs. 3; Verfassung des Freistaates Bayern Art. 141 Abs. 3; Bürgerliches Gesetzbuch § 911; mundraub.org, Karte und Mundräuber-Regeln. Stand Oktober 2026, ohne Gewähr.
Foto 1: Zulfugarkarimov, Pexels (kostenlos nutzbar)
Bild 2: Screenshot mundraub.org, Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende
Foto 3: Valentin Ivantsov, Pexels (kostenlos nutzbar)




