Wie viele Brauereien gibt es in Bayern? 2025 waren es genau 588 Braustätten. Das meldet das Statistische Bundesamt (Destatis) im Bericht Brauwirtschaft vom Februar 2026. Damit steht im Freistaat Bayern fast jede zweite der 1.415 Brauereien in Deutschland, der Anteil liegt bei 41,6 Prozent. Gegenüber 2024 sind es allerdings 13 Brauereien weniger. Hier findest du alle Zahlen zur Entwicklung, zum Vergleich der Bundesländer und zu den Regierungsbezirken.
- Stand 2025: 588 Braustätten in Bayern, 1.415 in ganz Deutschland.
- Bayern hat mehr Brauereien als die nächsten fünf Bundesländer zusammen.
- Seit 1993 hat Bayern rund 180 Braustätten verloren, 2025 ist der tiefste Stand.
- Oberfranken ist der Regierungsbezirk mit den meisten Brauereien, vor Oberbayern.
- Rund drei Viertel der bayerischen Brauereien brauen weniger als 5.000 Hektoliter im Jahr.
Wie hat sich die Zahl der Brauereien in Bayern entwickelt?

Die Zahl der Brauereien in Bayern schwankt seit Jahren, die Tendenz zeigt aber nach unten. Nach einem Zwischenhoch 2018 mit 654 Braustätten ging es Jahr für Jahr zurück. 2025 erreichte die Anzahl mit 588 den tiefsten Stand seit Beginn der Statistik 1993. Damals zählte Bayern noch 768 Braustätten.
| Jahr | Braustätten Bayern | Braustätten Deutschland | Anteil Bayern |
|---|---|---|---|
| 1993 | 768 | k. A. | k. A. |
| 2014 | 619 | 1.359 | 45,5 % |
| 2018 | 654 | 1.542 | 42,4 % |
| 2020 | 643 | 1.536 | 41,9 % |
| 2022 | 626 | 1.521 | 41,2 % |
| 2024 | 601 | 1.468 | 40,9 % |
| 2025 | 588 | 1.415 | 41,6 % |
Wichtig für das Verständnis: Die Statistik zählt Braustätten, nicht Unternehmen. Eine Braustätte ist jede Produktionsstätte, die Biersteuer zahlt. Eine Brauerei mit zwei Standorten erscheint also zweimal. Die Werte werden außerdem nachträglich korrigiert. Für 2024 meldete Destatis zunächst 598, später 601 Braustätten.
Warum gibt es immer weniger Brauereien in Bayern?
Der Bierdurst sinkt. In Deutschland trank jeder Einwohner 2025 im Schnitt nur noch 84,3 Liter Bier, 1990 waren es 142,7 Liter. Der Brauerbund rechnet allein durch die Demografie mit einem Verlust von 0,5 Prozent Absatz pro Jahr. Junge Erwachsene trinken deutlich weniger Alkohol als frühere Generationen.
Gleichzeitig steigen die Kosten. Energie, Rohstoffe, Glas, Etiketten und Logistik wurden teurer. Dazu kommen Fachkräftemangel, Bürokratie und der Druck der großen Handelsketten. Georg Schneider ist Präsident des Bayerischen Brauerbunds. Im Februar 2026 sagte er: „Die Marktmacht der Handelsriesen schnürt den mittelständischen Herstellern buchstäblich die Luft zum Atmen ab“. Auch die schwierige Lage der Gastronomie und vieler Gaststätten trifft die Brauer.
Einige Fälle aus den Jahren 2025 und 2026 erregten große Aufmerksamkeit und zeigen den Wandel. Die über 700 Jahre alte Aktienbrauerei Kaufbeuren im Allgäu meldete im Juni 2026 Insolvenz an. Die Genossenschaftsbrauerei Rötz in der Oberpfalz ist seit Oktober 2025 im Insolvenzverfahren. Die Brauerei Bischofshof in Regensburg stellt ihre Produktion Ende 2026 ein.
Gibt es auch neue Brauereien?
Ja. Das Geschäft mit Bier verändert sich. Während viele mittelständische Traditionsbrauereien aufgeben, entstehen neue Kleinstbrauereien. Laut Brauerbund kamen von 1993 bis 2024 in der Klasse bis 5.000 Hektoliter 461 Braustätten hinzu. Im selben Zeitraum verschwanden 313 meist mittelständische Betriebe. Viele der Neugründungen sind Hausbrauereien mit eigener Gastronomie oder Craft Beer Brauereien. Rund 80 Prozent der Mitglieder der Privaten Brauereien Bayern planen 2026 Investitionen.
Wie viele Brauereien hat Bayern im Vergleich zu anderen Bundesländern?
Bayern liegt weit vorn. Der Freistaat hat mehr Braustätten als Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz zusammen.
| Rang | Bundesland | Braustätten 2025 | Braustätten 2024 | Anteil 2025 |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Bayern | 588 | 601 | 41,6 % |
| 2 | Baden-Württemberg | 190 | 202 | 13,4 % |
| 3 | Nordrhein-Westfalen | 131 | 139 | 9,3 % |
| 4 | Sachsen | 83 | 85 | 5,9 % |
| 5 | Niedersachsen und Bremen | 81 | 85 | 5,7 % |
| 6 | Rheinland-Pfalz und Saarland | 73 | 75 | 5,2 % |
| Deutschland gesamt | 1.415 | 1.468 | 100 % |
Auch bei der Brauereidichte ist Bayern Spitze. Auf rund 22.800 Einwohner kommt eine Braustätte. Beim Absatz sieht es etwas anders aus. Bayern verkaufte 2025 insgesamt 22,5 Millionen Hektoliter Bier und liegt damit zum zwölften Mal in Folge auf Platz eins. Beim steuerpflichtigen Inlandsabsatz liegt Nordrhein-Westfalen mit seinen Großbrauereien allerdings knapp vorn.
Welcher Regierungsbezirk in Bayern hat die meisten Brauereien?
Die meisten Brauereien stehen in Oberfranken. Eine amtliche Statistik nach Regierungsbezirken gibt es nicht. Die folgende Liste stützt sich auf zwei Quellen. Die erste ist die Wikipedia-Liste aktiver Brauereien vom Oktober 2026. Die zweite ist eine Antwort der Staatsregierung an den Landtag mit Stand 2020.
| Regierungsbezirk | Brauereien 2026 (Wikipedia) | Brauereien 2020 (Staatsregierung) |
|---|---|---|
| Oberfranken | 179 | 167 |
| Oberbayern | 154 | 136 |
| Schwaben | 91 | 84 |
| Mittelfranken | 83 | 73 |
| Oberpfalz | 82 | 74 |
| Unterfranken | 81 | 53 |
| Niederbayern | 72 | 70 |
Die Summe liegt über der Destatis-Zahl, weil die Wikipedia-Liste auch Kommunbrauhäuser und sehr kleine Betriebe zählt. Die Reihenfolge der Bezirke ist in beiden Quellen aber gleich.
Warum hat Oberfranken so viele Brauereien?

Oberfranken ist die Heimat einer einzigartigen Bierkultur mit vielen Dorfbrauereien. Rund 180 Brauereien kommen auf gut eine Million Einwohner. Die Region wirbt deshalb mit der höchsten Brauereidichte der Welt. Über 100 Brauereien betreiben zugleich ein eigenes Wirtshaus oder einen Biergarten.
Besonders dicht ist die Region um Bamberg. Allein der Landkreis Bamberg zählt laut Wikipedia 57 Brauereien, die Stadt Bamberg weitere 14. Der Landkreis Kulmbach hat 10, der Landkreis Kronach 4 Brauereien. Die Gemeinde Aufseß in der Fränkischen Schweiz steht seit 2000 im Guinness-Buch. Dort teilen sich rund 1.500 Einwohner vier Brauereien. Ein 14 Kilometer langer Brauereienweg verbindet sie und lockt viele Besucher.
Wie viele Brauereien gibt es in Oberbayern?

Oberbayern zählt laut Wikipedia-Liste rund 154 Brauereien. Hier sitzen viele bekannte Großbrauereien. Die sechs Münchner Brauereien Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten schenken als einzige auf dem Oktoberfest aus. Dazu kommen große Weißbierbrauereien wie Erdinger und Weihenstephan sowie viele Klosterbrauereien und Bräu im Dorf. Mehr über das beliebteste Bier der Region liest du in unserem Beitrag Weißbier vs. Weizenbier.
Wie groß sind die Brauereien in Bayern?
Die bayerische Brauwirtschaft ist kleinteilig. Rund drei Viertel der Brauereien erzeugen weniger als 5.000 Hektoliter Bier im Jahr. In Bayern stammen knapp 30 Prozent des Biers aus Brauereien unter 200.000 Hektolitern. Im übrigen Deutschland sind es nur knapp 11 Prozent. Deutschlandweit zeigt sich die Verteilung so:
| Größenklasse (Jahreserzeugung) | Braustätten Deutschland 2025 | Anteil an der Biermenge |
|---|---|---|
| bis 5.000 hl | 1.052 (74 %) | rund 1 % |
| 5.000 bis 1 Mio. hl | 344 | rund 45 % |
| über 1 Mio. hl | 19 | 53,8 % |
Die 19 größten Braustätten erzeugen also mehr als die Hälfte des Biers in Deutschland. Die vielen kleinen Brauer prägen dagegen die Vielfalt. In Bayern gibt es über 4.000 Biermarken und mehr als 40 traditionelle Biersorten.
Was sind Klosterbrauereien und Kommunbrauhäuser?
Klosterbrauereien gehören zum Erbe der bayerischen Bierkultur. Mönche brauten schon im Mittelalter Bier für sich, Pilger und Gäste. Heute braut in Bayern noch rund ein halbes Dutzend Brauereien im Besitz eines Klosters, etwa in Andechs, Ettal und Scheyern. Die Klosterbrauerei Weltenburg braut nachweislich seit 1050 und gilt als älteste Klosterbrauerei der Welt. Mehr dazu findest du in unserem Überblick über Klöster in Oberbayern.
Eine Besonderheit ist das Kommunbräu. In einem Kommunbrauhaus brauen Bürger mit Braurecht ihr eigenes Bier. In der nördlichen Oberpfalz heißt es Zoigl und wird reihum in Zoiglstuben ausgeschenkt. Die fünf klassischen Zoigl-Orte sind Eslarn, Falkenberg, Mitterteich, Neuhaus und Windischeschenbach. Auch in Oberfranken gibt es Kommunbrauhäuser, etwa in Seßlach.
Wie viel Bier verkaufen die bayerischen Brauereien?
Der Bierabsatz in Bayern sank 2025 um 5,4 Prozent auf 22,5 Millionen Hektoliter. Das ist der niedrigste Stand seit 2013. Im Inland verkauften die Brauer 17,1 Millionen Hektoliter. Rund 5,4 Millionen Hektoliter gingen in den Export, vor allem nach Italien, China und Österreich.
Ein Trend wächst gegen den Markt: alkoholfreies Bier. Bayerns Brauer verkauften 2025 gut 2,5 Millionen Hektoliter davon, ein Plus von 11,5 Prozent. In ganz Deutschland ist inzwischen jedes neunte Bier alkoholfrei. In Bayern liegt der Pro-Kopf-Verbrauch laut Brauerbund noch bei geschätzt 105 bis 110 Litern.
Für die Wirtschaft im Freistaat bleibt die Branche wichtig. Im Jahr 2025 zahlten die bayerischen Brauer 137,9 Millionen Euro Biersteuer an die Finanzen des Staates. Dazu kommen Arbeitsplätze in Brauereien, Mälzereien, im Hopfenanbau und in der Gastronomie.
Welche Rolle spielen Hopfen und Forschung?

Bayern ist auch beim Rohstoff stark. Die Hallertau zwischen München und Ingolstadt gilt als größtes zusammenhängendes Hopfenanbaugebiet der Welt. Sie umfasst 2026 rund 14.800 Hektar. In ganz Bayern bauen knapp 850 Betriebe Hopfen an.
In Freising sitzt die Brauwissenschaft der Technischen Universität München. Am Campus Weihenstephan begann vor rund 150 Jahren der Brauer-Cursus. Heute studieren hier angehende Brauer aus aller Welt. Gleich nebenan liegt die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan. Sie wirbt mit dem Gründungsjahr 1040 und gilt nach eigener Angabe als älteste bestehende Brauerei der Welt. Bayern ist zudem der Geburtsort des Reinheitsgebots von 1516.
Wo findest du die offizielle Statistik zu Brauereien?
Die amtlichen Zahlen stammen aus der Biersteuerstatistik. Die Hauptzollämter erheben die Daten, das Statistische Bundesamt wertet sie aus. Diese Quellen liefern verlässliche Informationen:
| Quelle | Inhalt |
|---|---|
| Destatis, Statistischer Bericht Brauwirtschaft | jährlich, Braustätten nach Ländern und Größenklassen, Bierabsatz |
| GENESIS-Online, Tabelle 73421-0001 | Braustätten und Bierverbrauch in Deutschland seit 1993 |
| Bayerisches Landesamt für Statistik | jährliche Pressemitteilung zum Tag des Bayerischen Bieres am 23. April |
| Bayerischer Brauerbund | Zahlen und Hintergründe zur bayerischen Brauwirtschaft |
| Deutscher Brauer-Bund | Statistiken zu Absatz, Verbrauch und Braustätten |
Häufige Fragen zu Brauereien in Bayern
Wo gibt es in Deutschland die meisten Brauereien?
In Bayern. Mit 588 von 1.415 Braustätten liegt hier fast jede zweite Brauerei Deutschlands. Auf Platz zwei folgt Baden-Württemberg mit 190.
Wie heißen die sechs Münchner Großbrauereien?
Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten. Nur sie dürfen auf dem Münchner Oktoberfest ausschenken.
Welche Region in Bayern hat die meisten Brauereien?
Oberfranken mit rund 180 Brauereien. Besonders viele stehen im Landkreis Bamberg und in der Fränkischen Schweiz.
Was ist die älteste Brauerei in Bayern?
Die Staatsbrauerei Weihenstephan beruft sich auf das Jahr 1040. Historiker halten die Urkunde allerdings für eine Fälschung. Die Klosterbrauerei Weltenburg braut nachweislich seit 1050.
Quellen: Statistisches Bundesamt, Statistischer Bericht Brauwirtschaft 2025 (25.02.2026) und Zahl der Woche vom 04.08.2026; Deutscher Brauer-Bund, Betriebene Braustätten 1995 bis 2025 und Brauwirtschaft in Zahlen 2025; Bayerischer Brauerbund, Jahrespressekonferenz 05.02.2026; Bayerischer Landtag, Antwort der Staatsregierung vom 09.03.2021 und Drucksache 19/7362; Wikipedia, Liste aktiver Brauereien in Bayern (Oktober 2026) und Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan; Gemeinde Aufseß, Brauereienweg; Meininger, 05.02.2026; topagrar, 19.06.2026; Lebensmittel Praxis, Januar 2026; Verband Deutscher Hopfenpflanzer, Hopfenrundfahrt 2026; TUM. Stand Oktober 2026.
Foto 1: SimonWaldherr, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Grafik 1: eigene Darstellung, Daten: Statistisches Bundesamt (Destatis), Deutscher Brauer-Bund
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