Wildcamping ist in Garmisch-Partenkirchen nicht erlaubt. Zelten und Übernachten im Freien brauchen in Bayern die Zustimmung des Grundeigentümers. In den Schutzgebieten rund um den Ort ist es ganz verboten. Legal übernachtest du auf Campingplätzen in Grainau, im Camp am Wank oder auf einer Alpenvereinshütte.

  • Zelten oder Biwakieren am Eibsee ist verboten, Ranger und Naturschutzwacht kontrollieren.
  • Im Naturschutzgebiet Ammergebirge ist jedes Übernachten im Freien untersagt.
  • Zelt im Wald ohne Erlaubnis: Bußgeld bis 1.000 Euro, in Schutzgebieten deutlich mehr.
  • Wohnmobile: Auf den Parkplätzen der Zugspitzbahn ist Übernachten verboten, außer im Camp am Wank.
  • Offizielle Trekkingplätze gibt es in der Zugspitzregion nicht.

Ist Wildcamping in Garmisch-Partenkirchen erlaubt?

Nein. Rund um Garmisch liegen mehrere Schutzgebiete, in denen Zelten und Übernachten ausdrücklich verboten sind. Auch außerhalb davon brauchst du die Erlaubnis des Eigentümers. Zuständig ist das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen als untere Naturschutzbehörde. Seine Ranger und die Naturschutzwacht dürfen Personalien aufnehmen und Platzverweise erteilen. Eine Rangerin berichtete 2026 von zurückgelassenen Einweg-Zelten und Schlafsäcken im Wald.

Welche Regeln gelten in Bayern für Wildcampen?

Das Betretungsrecht nach Art. 27 des Bayerischen Naturschutzgesetzes erlaubt jedem, Wald, Wiesen und Fels zu betreten. Zelten und Übernachten im Freien sind davon laut Umweltministerium nicht gedeckt. Dafür brauchst du die Zustimmung des Eigentümers. Wer im Wald unbefugt ein Zelt aufstellt, handelt nach dem Bayerischen Waldgesetz ordnungswidrig. Mehr zur Lage in ganz Oberbayern liest du in unserem Artikel Wildcamping in Oberbayern.

Was ist der Unterschied zwischen Wildcampen und Biwakieren?

Das Gesetz definiert beide Begriffe nicht. Der Alpenverein unterscheidet so: Wildcampen ist jede geplante Übernachtung im Freien, egal ob im Zelt oder im Biwaksack. Biwakieren meint ein ungeplantes Übernachten im alpinen Gelände, etwa nach einem Unfall. Ein geplantes Biwak gilt rechtlich meist als Campen.

Welche Strafen und Bußgelder drohen?

VerstoßMögliche FolgeZuständig
Zelt oder Wohnwagen unbefugt im Waldbis 1.000 € (BayWaldG)Landratsamt
Verstoß gegen eine Schutzgebietsverordnungbis 50.000 € (BayNatSchG)Landratsamt, untere Naturschutzbehörde
Müll zurücklassen oder Fläche beschädigenbis 25.000 €Landratsamt
Offenes Feuer im Wald oder näher als 100 mbis 10.000 €Landratsamt, Polizei
Waldbrand verursachenFreiheitsstrafe bis 10 JahreStaatsanwaltschaft
Übernachten auf Parkplatz der ZugspitzbahnAbschleppen auf eigene KostenBetreiber

Ist geplantes Biwakieren in den bayerischen Alpen erlaubt?

Nein, ohne Erlaubnis des Eigentümers nicht. Das Umweltministerium nennt ausdrücklich das „Übernachten im Freien“ als nicht erlaubt. In den Naturschutzgebieten bei Garmisch ist es zusätzlich verboten. Anders ist es in Tirol: Dort ist ein einmaliges Biwak oberhalb der Waldgrenze grundsätzlich zulässig.

Was ist ein Notbiwak?

Ein Notbiwak ist eine ungeplante Übernachtung, weil du nicht weiterkommst. Typische Gründe sind eine Verletzung, ein Wettersturz oder einbrechende Dunkelheit. Ausgebuchte Hütten zählen laut Alpenverein nicht dazu. Such dir dann einen sicheren, windgeschützten und trockenen Platz und nutze Biwaksack und Rettungsdecke.

Welche Schutzgebiete gibt es rund um Garmisch?

GebietTypFlächeWichtige Regel
AmmergebirgeNaturschutzgebietrund 28.900 haZelten und Übernachten im Freien oder im Fahrzeug verboten, Feuer verboten, Hunde an die Leine
Schachen und ReintalNaturschutzgebietrund 4.000 haZelten verboten, wenn Tiere oder Menschen gestört werden
Südlicher Landkreis mit Wetterstein und LoisachtalLandschaftsschutzgebietgroße Teile um Garmisch und GrainauZelten nur auf zugelassenen Plätzen
WettersteingebirgeFFH-Gebietrund 4.260 haSchutz seltener Lebensräume
EibseeLandschaftsschutzgebietkein Zelten, kein Biwak, kein Feuer

Achte auf grüne Schilder mit dem Eulen-Symbol für Naturschutzgebiete. In markierten Bereichen des Ammergebirges gilt ein Wegegebot. Das Karwendel-Naturschutzgebiet beginnt erst bei Mittenwald.

Welche legalen Alternativen gibt es bei Garmisch?

Campingplatz mit Wohnwagen vor Bergen
Foto 2: Campingplätze bei Garmisch sind teils ganzjährig geöffnet.

Welche Campingplätze und Stellplätze gibt es?

PlatzLageSaisonPreis (Beispiel)Besonderheit
Camping Resort ZugspitzeGrainau, Griesener Straße 9ganzjährigStellplatz ab 20 €, Erwachsene 17 €5 Sterne, Zugspitzblick, Hundedusche
Pure Camping LoisachuferGrainau, Griesener Straße 2ganzjährigZelt ab 6 €, Erwachsene 14,50 €3 Sterne, direkt an der Loisach
Camp am WankTalstation Wankbahn, Garmischganzjährig26 € pro Nacht inkl. Kurtaxe für 1 Personnur Wohnmobile, keine Zelte, keine Reservierung
Naturcampingpark IsarhornMittenwald, Am Horn 4bis 8.11. und ab 20.12.Erwachsene ab 8,50 €beheizte Sanitäranlagen, Bus vor dem Platz
Saison: ganzjährig
Telefon: 08821 9439115
Website: camping-resort-zugspitze.de
Anmeldung: täglich 8 bis 18.30 Uhr
Telefon: 08821 797-2550
Ausstattung: WC, Duschen, Strom, Entsorgung, Supermarkt 800 m entfernt, Ortsbus
Website: zugspitze.de/camp

Auf welchen Hütten kannst du übernachten?

Knorrhütte im Wettersteingebirge
Foto 3: Die Knorrhütte auf 2.051 Metern ist eine legale Alternative zum Biwak.
HütteHöheSaison 2026Hinweis
Knorrhütte2.051 mbeendetReservierung 2027 ab Mitte Dezember online
Reintalangerhütte1.369 mWinterpause bis MaiReservierung ab 15. Dezember online
Höllentalangerhütte1.387 mMai bis Oktoberkein Winterraum
Kreuzeckhaus1.652 mbis 8. Novemberletzte Übernachtung 31. Oktober
Wankhaus1.780 mbis 8. NovemberAlpenverein Garmisch-Partenkirchen

Gibt es offizielle Trekking- oder Biwakplätze?

In der Zugspitzregion nicht. Offizielle Trekkingplätze gibt es in Bayern nur im Frankenwald, im Oberpfälzer Wald und im Bayerischen Wald.

Wie bekommst du eine Erlaubnis auf Privatgrund?

Frag direkt den Eigentümer, etwa einen Landwirt oder Almbauern. Kläre Ort, Dauer, Zahl der Personen und ob Hunde mitdürfen. Lass dir die Zustimmung am besten schriftlich oder per Nachricht geben. In Schutzgebieten hilft auch die Erlaubnis des Eigentümers nicht.

Wohnmobil und Camper: Was ist erlaubt?

Wohnmobil auf einem Parkplatz vor Bergen
Foto 4: Parken ja, übernachten nein: Auf vielen Parkplätzen bei Garmisch ist Nächtigen im Fahrzeug verboten.

Parken ist nicht gleich Campen. Einmal übernachten, um wieder fahrtüchtig zu sein, dulden die Behörden auf öffentlichen Parkplätzen meist. Stühle, Tisch oder Markise machen daraus Camping. Am Eibsee gilt von 22 bis 5 Uhr Parkverbot, Campingfahrzeuge dürfen dort gar nicht parken. Auf allen Parkplätzen der Zugspitzbahn ist Nächtigen verboten. Wohnmobile an Eisstadion und Hausberg dürfen nur parken.

Wie verhältst du dich in der Natur richtig?

Nimm allen Müll wieder mit, auch Essensreste und Taschentücher. Bleib auf den Wegen und halte Abstand zu Wildtieren, vor allem in der Dämmerung. Hunde gehören in Schutzgebieten an die Leine. Verrichte die Notdurft weit weg von Bächen und vergrab sie. Respektiere Jäger und Almbetriebe, Weidezäune schließt du wieder.

Darf man in den Alpen Feuer machen?

Im Wald und näher als 100 Meter daran brauchst du für offenes Feuer eine Erlaubnis. Vom 1. März bis 31. Oktober darfst du im Wald nicht rauchen. In den Naturschutzgebieten und am Eibsee sind Feuer und Grillen verboten. Prüf vor jeder Tour den Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes.

Welche Ausrüstung brauchst du für eine Nacht am Berg?

JahreszeitWichtig
SommerHüttenschlafsack, Regenjacke, Sonnenschutz, Stirnlampe, 2 Liter Wasser
Herbstwarme Schichten, Mütze, Handschuhe, Grödel für Reif und erste Schneefelder
Winternur mit Erfahrung: LVS-Gerät, Schaufel, Sonde, Winterschlafsack
ImmerBiwaksack, Rettungsdecke, Erste-Hilfe-Set, geladenes Handy, Karte

Welche Gefahren gibt es im hochalpinen Gelände?

Gewitter sind von Mai bis August häufig, meist am Nachmittag. Meide dann Grate, Gipfel und Waldränder. Auf dem Weg zur Zugspitze droht Steinschlag, bei Nebel verliert man auf dem Zugspitzplatt leicht die Orientierung. Altschneefelder halten sich oft bis Juli. Im Winter informiert der Lawinenwarndienst Bayern täglich um 17 Uhr. Im Notfall wählst du 112, in Österreich 140.

Wo bekommst du Trinkwasser?

Am sichersten füllst du Wasser auf Hütten mit Trinkwasserqualität auf. Das Gesundheitsamt warnte 2024 vor Magen-Darm-Infekten durch Bachwasser. Schöpfe nie unterhalb von Weiden oder Hütten. Ein Filter, UV-Gerät oder Tabletten machen Wasser sicherer.

Wann ist die beste Zeit für Bergübernachtungen?

Die beste Zeit ist von Juni bis September. Dann haben die meisten Hütten geöffnet und die Wege sind schneefrei. Im Oktober wird es ruhiger, viele Hütten schließen aber Anfang November. Im Winter bleiben nur wenige Hütten wie die Stuibenhütte geöffnet.

Was es in der Region sonst zu erleben gibt, zeigt unser Überblick zu den Sehenswürdigkeiten in Garmisch-Partenkirchen.

Häufige Fragen zum Wildcamping in Garmisch-Partenkirchen

Darf ich am Eibsee zelten?

Nein. Am Eibsee sind Zelten, Biwakieren, Feuer und Grillen verboten. Ranger kontrollieren dort regelmäßig.

Wo kann ich mit dem Zelt bei Garmisch übernachten?

Auf den Campingplätzen in Grainau, etwa bei Pure Camping Loisachufer ab 6 Euro für ein kleines Zelt. Im Camp am Wank sind Zelte nicht erlaubt.

Quellen: Art. 27 und 57 BayNatSchG; Art. 17 und 46 BayWaldG; Vollzugsbekanntmachung StMUV „Erholung in der freien Natur“ (2020); Schutzgebietsverordnungen Landratsamt Garmisch-Partenkirchen; Zugspitz Region, Landschaftsschutz am Eibsee und Parken; Parkordnung Bayerische Zugspitzbahn; DAV, Übernachten im Freien, Notbiwak, Trinkwasser, Gewitter; Radio Oberland (22.05.2026); Websites der Campingplätze und Hütten; oesterreich.gv.at. Stand Oktober 2026, keine Rechtsberatung.

Foto 1: Pexels (kostenlos nutzbar), Zelt in den Bergen

Foto 2: Pexels (kostenlos nutzbar), Campingplatz in den Bergen

Foto 3: Rüdiger (de.wikipedia), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Foto 4: Pexels (kostenlos nutzbar), Wohnmobil auf Parkplatz

17. Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit